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Exhibition

Ausstellung

Geology, Cooking Hearts, Curious

and other stories

Vernissage

Freitag, 11. Juni 2021, 16 - 20 Uhr

Ausstellung

12 - 26 Juni

Donnerstag - Samstag 13 - 19 Uhr

Pfeffergässlein 25 (über Nadelberg 33), 4051 Basel

Kuratorin: Angelika Li

Anfrage: info@onkili.com

Dorothee Sauters Einzelausstellung "Geology, Cooking Heart, Curious and other stories" (Basel, 2021) präsentiert eine außergewöhnliche Landschaft, die von zweideutigen freien Lebensformen bevölkert wird. Man mag sich fragen, ob die Szene terrestrisch oder unter Wasser ist? Eine Myriade von Gedankenspielen. Die rätselhaften Skulpturen stehen als Cluster mit eigenem Willen da: Atmen, Schreien, Greifen; Münder, Augen, Ohren; Ausstülpungen, Gliedmaßen, Phalli; nach außen, nach innen, gestikulierend eine Dringlichkeit der Energieentladung, wenn nicht Explosion. Unser Blick schweift entlang dieser tentakelartigen Bewegungen, die eine potente Lebenskraft mit immenser Belastbarkeit und Willenskraft suggerieren.  Die Farben sind unmanipulierte, organische Pigmente aus verschiedenen Kontinenten, entwaffnend in ihrer Ehrlichkeit. Aneinandergereiht erzeugen sie eine fast greifbare Fluktuation von Atmosphäre und Temperatur. Sind sie Gefäße, die ferne Ahnenerinnerungen tragen, Behausungen, die von Organismen vor der Zeit bewohnt wurden, Rhizome in der Evolution, Symbole der Fruchtbarkeit oder eine Gruppe von Quasi-Objekten in Anlehnung an Bruno Latours Konzept eines "Parlaments der Dinge"? Sauter verwirrt auf witzige Weise unser Zeitempfinden, indem sie Vorgeschichte und Zukunft durcheinander bringt. 

 

Mit Neugier als Richtschnur, richtet sich Sauters technisches Interesse auf die Eigenschaften und Verwandlung von Tonmineralien, Metalloxiden und die glasigen Zustände von Gesteinen, mit dem Anspruch, Zeugnisse aus ganz unterschiedlichen geologischen Zeiträumen in ihre Arbeit einzubringen. Für Sauter sind ihre Skulpturen Filme vor dem geistigen Auge: Erinnerungsfragmente, ob bewusst oder unbewusst, Momente in einem Vortrag, Bilder in der Zeitung, etwas, das sie gesehen hat, aber nicht ganz verstehen kann, Anregungen aus Wissenschaft und Literatur. Ihr Ziel sind nicht nur die fertigen Skulpturen und Gefäße, es ist auch ihr Entstehungsprozess: die eigentümliche Poesie des Werdens, der Tanz zwischen Absicht und Zufall.

Auszug aus dem kuratorischen Essay von Angelika Li.

Bild oben: Cooking heart, 2021, fired clay, pigments, 40 x 15 x 11 cm (detail) foto: Marco Schibig

New Work

foto: Marco Schibig

foto: Marco Schibig

Galerie

Ausgewählte frühere Arbeiten

Gallery

"Es entstehen körperliche Räume, die sich an vergangenen und möglichen zukünftigen Bewegungen orientieren. In diesem Prozess gelten mir kopflastige Ansätze als unheimlich, so etwas wie wiederkehrende Ruinen. Die Antworten der Hände kommen von selbst."